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Schweizer Mega-Fusion besiegelt

Mit neuer Schlagkraft für die Schweizer Medizintechnik-Branche – das ist das Ziel von Swiss Medtech. Die Fusion von FASMED und Medical Cluster war eines der Topthemen des Swiss Medtech Day am 13. Juni in Bern. 

Seit einem Jahr wurde die Mega-Hochzeit vorbereitet, nun ist sie vollbracht: Mit der Fusion des Unternehmensverbandes FASMED und des Medical Cluster zum neuen Verband Swiss Medtech hat die Medizintechnik-Branche der Schweiz nun eine neue, einheitliche Stimme. „Mit der neuen Organisation wollen wir der Medtech-Industrie in der Schweiz mehr Schlagkraft verleihen“, sagte Peter Biedermann, Geschäftsführer von Swiss Medtech, beim Swiss Medtech Day, der am 13. Juni mit rund 600 Teilnehmern im Kursaal Bern stattfand. Am Vorabend der Branchenkonferenz hatten sich die Mitglieder der beiden Vorgängerorganisationen FASMED und Medical Cluster per Abstimmung für die Fusion ausgesprochen, beim Swiss Medtech Day stellten die Präsidenten die Vorteile des neuen Verbandes vor. „Angesichts der neuen EU-Medizinprodukteverordnung, die wir auch in der Schweiz adaptieren müssen, können wir nun mit vereinten Kräften unsere politische Meinung einbringen“, betonte Rubino Mordasini, Präsident des Medical Cluster. Der neue Verband vertritt die Interessen von rund 600 Mitgliedern. In insgesamt 20 Fachgruppen sollen künftig Stellungnahmen zu relevanten Branchenthemen erarbeitet werden. Eine weitere zentrale Aufgabe soll der Aufbau eines nationalen Medtech-Portals sein. Eine erste Fassung wurde in Bern vorgestellt. „Über swiss-medtech.ch wollen wir sicherstellen, dass sich alle relevanten Akteure schnell finden und vernetzen können“, so Biedermann.

Nächste Neuordnung: KTI soll Inno-Swiss werden

Begrüßt wurde die Fusion auch von der Schweizer Kommission für Technologie und Innovation (KTI). „Dieser Schritt wurde lange erwartet“, sagte KTI-Präsident Walter Steinlin und kündigte zugleich eine Neuordnung der eigenen Organisation an. „Wir sind derzeit dabei, die KTI zur Inno-Swiss umzubauen. Auch wir wollen flexibler werden und den Technologiestandort Schweiz effektiver fördern.“ Dabei sollen vor allem die Infrastruktur und die rechtlichen Möglichkeiten vereinfacht werden, sodass die KTI künftig beispielsweise auch Mitgliedschaften eingehen kann, so Steinlin. „Am Budget und unserer bisherigen Zielsetzung bei der Förderung wird sich nichts ändern“, versicherte er. Die Förderung von Medizintechnik und Life Sciences werde auch weiterhin einen großen Stellenwert im Rahmen der KTI-Förderung behalten. 

CTI Medtech Award: Mit Hohlfaserkapsel gegen Krebs

Auf dem Swiss Medtech Day wurde erneut der CTI Swiss Medtech Award verliehen. Die nominierten Projekte zeigten, dass die Verknüpfung von Biotechnologie und Medizintechnik der Zukunft gehört. Beim Live-Voting der Konferenzteilnehmer setzte sich das Team der Biotech-Firma MaxiVAX durch, die gemeinsam mit Forschern der Universitätsspitäler Genf einen immunologischen Impfansatz zur Bekämpfung von verschiedenen Krebsarten entwickelt haben. Dabei nutzen die Wissenschaftler um Nicholas Mach genetisch reprogrammierte und verkapselte Zellen, die wiederum in biokompatible Hohlfaserkapseln abgefüllt werden. „Aktuell sind wir dabei, eine erste klinische Studie durchzuführen“, so Mach in Bern. 

Science Slam Gewinner: Deep Learning-Tool für Radiologen

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung: der Science Slam. Insgesamt zehn Projekte stellten sich dem Publikum in unterhaltsamer Weise vor. Das thematische Spektrum reichte von 3D-Druck von Organen über photonische Textilien bis hin peptidbasierten Verfahren zur Bekämpfung von Paradontitis. Als Sieger wählte das Publikum am Ende das Team der Firma 4quant aus Zürich und Forschern des Universitätsspitals Basel, die einen Deep-Learning- und Big-Data-Ansatz zur schnellen computergesteuerten Kategorisierung von Lungenkrebs entwickelt haben, um Radiologen die Arbeit zu erleichtern.