Schlagwortarchiv für: Zell- und Gentherapie

Rund drei Jahre nach den ersten Präsentationen zum Vorhaben, in Berlin ein eigenes Zentrum für Zell- und Gentherapie errichten und fördern zu wollen, hat es nun den Spatenstich für den Neubau gegeben. Die hohe Politik aus Bund und Land unterstrich dabei die Unterstützung der Maßnahme als Teil der nationalen Strategie, obwohl in den aktuellen Haushaltsdiskussionen eher das Motto Einsparungen im Vordergrund steht.

Mit der Millionenförderung als Startschuss für NEXCELL macht Mecklenburg-Vorpommern deutlich, dass es auch auf Zell- und Gentherapien setzt. Landeswirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank nutzte seine Sommerreise, um dieses Signal in Teterow mit der Überreichung des Förderbescheides von rund 8,2 Mio. Euro deutlich zu machen. Das Geld fließt in die Entwicklung einer hochautomatisierten Plattform für Zell- und Gentherapien, getragen von Miltenyi Biotec (Teterow), RoweMed (Parchim) sowie Instituten und Forschern der Universität und Universitätsmedizin Rostock.

Minaris Advanced Therapies startet als globaler Dienstleister für Zelltherapien neu in Taufkirchen bei München. Die Geschichte der ehemaligen apceth ist ein Spiegelbild des schwierigen Weges eines Pioniers in der Zelltherapie, der nicht etwa an den strengen Bestimmungen scheiterte, sondern daran, dass es keine Rahmensetzung gab und diese erst mühsam mitentwickelt werden musste. Scheitern ist jedoch das falsche Bild, denn mit dem Neustart und in neuer Konstellation hat Minaris durchaus noch viel vor.

Die Herausforderungen in der Zell- und Gentherapie stellen auch die Branchengrößen vor Probleme. So muss nun die 100%ige Bayer-Tochter Blue Rock (USA), die in diesem Bereich forscht und entwickelt, Personal streichen und eine Niederlassung in Cambridge/Boston schließen.

Das Kölner Start-up Ningaloo Biosystems erhält weitere Finanzmittel in einer neuen Finanzierungsrunde. Die NRW.Bank sowie capacura und weitere Investoren erhöhen ihr Investment in die Technologie der lichtgesteuerten Bio-Produktion.

Die moderne Gentherapie in der klinischen Anwendung scheint ein schwieriges Feld für Unternehmen zu sein. Nach einem Rückzug in mehreren Feldern der US-amerikanischen Pfizer Inc. musste sich der Gentherapie-Pionier bluebird bio nun gerade aufkaufen lassen, um noch einen Rest an Aktivität aufrechterhalten zu können. Während sich auch CDMOs aus dem Feld zurückziehen oder damit liebäugeln, hat man noch vor der Wahl eine deutsche nationale Strategie gefordert. Treffen die Marktrealitäten in den USA auch die – reichlich verspäteten – Ambitionen in Deutschland?

Die Rentschler Biopharma SE macht eine strategische Kehrtwende. Das Auftragsentwicklungsunternehmen für Biopharmazeutika (CDMO) mit Hauptsitz in Laupheim zieht sich komplett aus der Zell- und Gentherapie zurück und stellt die damit verknüpften Aktivitäten am Standort Stevenage, Großbritannien, ein. Die Marktbedingungen sowie das wachsende Kundeninteresse an traditionellen biopharmazeutischen Produkten hätten zu dieser Entscheidung geführt.

Bei Biotechnologie in Deutschland fallen schnell diverse Namen etwa der börsennotierten Firmen oder über große Finanzierungsrunden. Seit Corona kennen alle das größte Unternehmen BioNTech SE in Mainz. Wer länger auf die Branche schaut, dem fallen noch Qiagen und vielleicht Evotec ein. Dass aber in Bergisch Gladbach bei Köln das größte private Unternehmen der Branche sitzt, wissen nur wenige. Den Namen haben viele im Labor schon gehört oder ein Gerät der Firma genutzt: Miltenyi Biotec. Die Firma, die als Holding vollständig Holding Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG heißt und diverse Tochterfirmen hat, verzichtet auf breit angelegte Kommunikationsarbeit über das Produktmarketing hinaus. Gründer Stefan Miltenyi hält sich selbst kommunikativ zurück und gestaltet die Öffentlichkeitsarbeit sehr fokussiert. Darum ist es fast etwas Besonderes, dass er diesmal auf einen Fragekatalog der |transkript-Redaktion geantwortet hat.

Bayer bleibt bei seiner Wachstumsstrategie, die ausdrücklich China einschließt. Nun haben die Leverkusener zu ihrem weltweiten Netzwerk an Inkubatoren und Innovations-Hubs ein Co.Lab in Shanghai hinzugefügt. Dort sollen chinesische Start-ups unterstützt werden, die ihrerseits Innovationen für die Bayer-Schwerpunkte Zell- und Gentherapie sowie Onkologie liefern sollen.

Die FDA-Zulassung der ersten T-Zell-Therapie mit genetisch modifizierten T-Zell-Rezeptoren (TCR-T-Zellherapie) durch die britische Adaptimmune ist ein Meilenstein in der Zell- und Gentherapie ähnlich der ersten Zulassung einer CAR-T-Zelltherapie vor einigen Jahren zuerst in den USA und darauf folgend auch in Europa (2018). Das weitergehende Einsatzgebiet von TCR-T gegenüber CAR-T wird auch von mehreren deutschen Biotechnologie-Unternehmen erforscht, deren Produkte zum Teil in der frühen klinischen Phase stehen. Die Freude über den Türöffner durch Adaptimmune ist dort groß.

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Zell- und Gentherapien verändern die Medizin – doch ihr Versprechen erfüllt sich nicht im Labor allein. Entscheidend ist der Weg danach: wenn aus einer Idee ein belastbarer Prozess wird, aus Forschung ein Produkt und aus einem klinischen Ansatz eine Therapie, die Patientinnen und Patienten tatsächlich erreicht. Wie dieser Weg gelingen kann, steht im Zentrum der ersten SaxoCell Conference am 2. und 3. Juni 2026 in Dresden.

Unter dem Motto „From Lab to Life: Advancing Cell and Gene Therapies Together“ wird das Penck Hotel für zwei Tage zum Treffpunkt einer Community, die eines der dynamischsten Felder der modernen Biomedizin voranbringen will. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die nächsten technologischen Entwicklungen, sondern vor allem die Frage, wie gute Ideen schneller, sicherer und bezahlbarer in die Anwendung gelangen.

Die Founding Edition bringt Menschen zusammen, die an unterschiedlichen Stellen derselben Herausforderung arbeiten: Forschende, die neue Therapieansätze entwickeln; Klinikerinnen und Kliniker, die wissen, was im Behandlungsalltag zählt; Unternehmen, die Herstellung und Skalierung möglich machen; Start-ups und Investoren, die aus wissenschaftlicher Exzellenz marktfähige Lösungen formen.

Das Programm reicht von aktuellen Entwicklungen in der Onkologie und bei Autoimmunerkrankungen bis zu neuen Werkzeugen für Zellengineering, Delivery und klinische Translation. Besonders im Fokus steht die Frage, wie die oft zitierte Lücke zwischen Forschung und Anwendung kleiner werden kann: Welche Partner braucht ein Projekt? Welche Schritte sind für klinische Entwicklung, Herstellung und Finanzierung entscheidend? Und wie wird aus einer innovativen Therapie ein tragfähiger Weg in die Versorgung?

SaxoCell bringt dafür ein starkes Umfeld mit. Als Teil der bundesweiten Clusters4Future-Initiative des BMFTR bündelt das sächsische Zukunfts- und Innovationscluster Kompetenzen aus Dresden, Leipzig, Chemnitz und darüber hinaus. Im Mittelpunkt stehen neue Anwendungen und Produktionswege für personalisierte Zell- und Gentherapien – für „Living Drugs Made in Saxony“, die nicht im Labor stehen bleiben, sondern den Weg in die Anwendung finden sollen.

Nutzen Sie die Gelegenheit, in Dresden mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die Zell- und Gentherapien gemeinsam voranbringen wollen, und knüpfen Sie wertvolle Kontakte für tragfähige Partnerschaften.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung: https://www.saxocell.de/en/saxocell-conference-2